Black Belt Masters 2026
Zwischen Koffeinmangel, Kampfgeist und ganz viel Budo
An einem sonnigen Samstagmorgen verwandelte sich das Dojo der Black Belt Kampfkunstakademie Worms in eine Art Paralleluniversum. Rund 140 Taekwondo-Begeisterte strömten hinein – ein Teilnehmerrekord, der selbst den härtesten Schwarzgurt kurz die Augenbraue heben ließ.
Um was geht es eigentlich?
Und dieser Wettkampf hatte es in sich
Formen. Waffen. Pointfighting. Und natürlich der inzwischen legendäre Familiensynchronwettbewerb, bei dem genetische Verwandtschaft plötzlich eine ganz neue Bedeutung bekommt.
Überall klapperten Stäbe, wirbelten Füße durch die Luft und irgendwo versuchte jemand verzweifelt, sich noch einmal an die letzte Bewegung seiner Form zu erinnern. Währenddessen entwickelte sich im Hintergrund eine ganz eigene Disziplin: das olympische Warten. Stunden voller Spannung, Nervosität und philosophischer Fragen wie:
„War das jetzt meine Startnummer?“
„Hat jemand meinen Gürtel gesehen?“
„Gibt es noch Kaffee?“
Die Symptome waren eindeutig: hängende Augenlider, knarzende Knie, leicht protestierende Rücken und eine akute chronische Koffeinunterversorgung. Zum Glück gab es Hilfe.
Die inoffiziellen Helden des Tages
Denn während auf der Matte gekämpft wurde, lief an der Theke ein Einsatz, der jedem Katastrophenschutz zur Ehre gereicht hätte.
Das Thekenpersonal – psychologisch geschult, in erster Hilfe erfahren und offenbar mit einem sechsten Sinn für drohenden Unterzucker ausgestattet – verteilte Trost, Ratschläge, Eisbeutel und vor allem: komplexe Kohlenhydrate.
Ob schnelle Energie kurz vor dem Start oder eine Notration für jene, die vor lauter Aufregung ihr Frühstück zu Hause vergessen hatten – hier wurde brüderlich und schwesterlich geteilt.
Man könnte sagen: Während auf der Matte der sportliche Wettkampf tobte, wurde an der Theke das Überleben der Athleten gesichert.
Mitten im Geschehen – zwischen konzentrierten Formenläufern, nervösen Pointfightern und strategisch geplanten Snackpausen – standen auch unsere Gäste aus der Taekwondo-Gruppe des ALISA-Zentrum Worms unter der Leitung von Doris Vögeli. Mit viel Engagement, Freude und einer spürbaren Portion Teamgeist waren sie Teil dieses bunten Wettkampftrubels und zeigten, dass Taekwondo vor allem eines kann: Menschen zusammenbringen.
Der eigentliche Kern des Tages
Doch zwischen all dem Trubel passierte etwas, das man nicht planen kann. Beim Gewinnen und beim Verlieren sah man Umarmungen, manchmal ein Augenzwinkern, oft einen Daumen nach oben – als stilles Zeichen des Respekts für die Leistung des anderen.
Denn so unterschiedlich wir auch sind – an diesem Tag verband uns etwas Gemeinsames: der Weg.
Der Weg des Budo Taekwondo, in dem es nicht nur um Punkte, Treffer oder Pokale geht. Sondern um Haltung. Um Mut. Um Respekt.
Kein einziger Teilnehmer wollte etwas geschenkt bekommen. Jeder war bereit, alles zu geben. Und manchmal wurde das Ergebnis dabei zweitrangig. Denn der wahre Gewinn lag im Zusammenhalt, in der Gemeinschaft, im gemeinsamen Erleben dieses besonderen Tages.
Die Medaillen glänzten – aber noch mehr glänzten die Momente, in denen Menschen füreinander da waren.
Wir gratulieren allen Teilnehmern – den Siegern genauso wie den Verlierern – zu ihrem Mut, ihrem Einsatz und dazu, dass sie gezeigt haben, wie lebendig Gemeinschaft im Wettkampf sein kann.
Die Black Belt Masters 2026 werden nicht nur wegen des Teilnehmerrekords in Erinnerung bleiben. Sondern wegen des Gefühls, das an diesem Tag im Dojo zu spüren war. Und genau das ist vielleicht die schönste Medaille von allen.
Danke an alle Unterstützer
Im Hintergrund agierten viele engagierte Menschen, um die Meisterschaft reibungslos durchlaufen zu lassen: Schülerinnen und Schüler, Ehemalige, sowie Eltern. Dafür sagen wir ein herzliches Dank!
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